Darauf sollten Sie beim Kauf eines Rollators achten
veröffentlicht am 24. November 2025 in der Kategorie Gesundheit (Bildquelle: Envato/YuriArcursPeopleimages)
Ein Rollator ist weit mehr als ein Hilfsmittel. Er bedeutet Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität – ob beim Spaziergang, beim Einkauf oder zu Hause. Viele Menschen zögern zunächst, einen Rollator zu nutzen. Doch sobald er Teil des Alltags wird, merken die meisten schnell, wie viel Freiheit und Vertrauen er zurückbringt.
Damit der Rollator Sie zuverlässig unterstützt, muss er zu Ihren Bedürfnissen, Ihrer Kraft und Ihrem Lebensstil passen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines Rollators in der Schweiz achten sollten.
Die Wahl des richtigen Rollatortyps
Rollatoren sind nicht alle gleich. Je nach Wohnsituation und Mobilitätsziel lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Modelle.
Für den Alltag eignet sich in den meisten Fällen ein Leichtgewicht-Rollator. Diese Modelle wiegen oft nur 6 bis 8 Kilogramm, sind stabil, leicht steuerbar und lassen sich gut in Auto und ÖV transportieren. Wer viel draussen unterwegs ist - etwa auf Naturwegen, Kieselstrassen oder Kopfsteinpflaster - profitiert von einem Outdoor-Rollator mit grossen Rädern und Federung.
In engen Wohnungen oder Altersheimen hingegen sind Indoor-Rollatoren ideal: Sie sind besonders wendig, schmal und oft mit einem Tablett ausgestattet, sodass Sie Gegenstände sicher transportieren können.
Menschen mit schwacher Arm- oder Handkraft, z. B. bei Rheuma oder neurologischen Erkrankungen, benötigen manchmal ein Modell mit Unterarmauflagen. Das entlastet Gelenke und ermöglicht eine aufrechtere Haltung.
Gewicht, Stabilität und Material
Ein Rollator sollte sich leicht schieben und gut kontrollieren lassen, ohne dass Sie Angst haben müssen, dass er instabil wird. Aluminium ist heute Standard: leicht, robust und rostfrei. Carbon-Rollatoren sind noch leichter und besonders stabil – allerdings auch teurer. Schwerere Stahlmodelle sind zwar günstig, dafür aber im Alltag deutlich mühsamer.
Im Idealfall wiegt Ihr Rollator zwischen 6 und 9 Kilogramm und trägt mindestens 120 Kilogramm Körpergewicht. Wenn Sie den Rollator häufig ins Auto heben oder Treppen überwinden müssen, zahlt sich ein leichteres Modell klar aus.
Räder und Bremsen: Sicherheit hat Vorrang
Auch die Wahl der Räder ist entscheidend. Grosse Räder sorgen für mehr Stabilität auf Naturwegen, bei Bordsteinen und sogar im leichten Gelände. Wenn Sie ausschliesslich zu Hause oder im Einkaufszentrum unterwegs sind, reichen kleinere Räder – draussen wird der Komfort aber so deutlich geringer.
Achten Sie ausserdem auf leichtgängige Bremsen, die sich auch mit weniger Handkraft bedienen lassen. Die Feststellbremse ist besonders wichtig, damit Sie sicher sitzen können, ohne dass der Rollator wegrollt.
Ergonomie: Ihr Rollator muss zu Ihrem Körper passen
Ein Rollator ist wie ein massgeschneidertes Kleidungsstück: Erst wenn er richtig eingestellt ist, fühlt er sich gut an. Die Griffe sollten ungefähr auf Handgelenkshöhe liegen, wenn Sie aufrecht stehen und Ihre Arme locker hängen lassen. Nur so vermeiden Sie eine gebückte Haltung, die langfristig zu Nacken- und Rückenschmerzen führen kann.
Moderne Rollatoren bieten ergonomische Griffe, die angenehmer in den Händen liegen. Dies ist gerade bei Arthrose ein grosser Vorteil. Probieren Sie verschiedene Modelle aus und gehen Sie damit einige Minuten. Erst dann merken Sie, ob das Modell wirklich zu Ihnen passt.
Sitzkomfort und Pausen unterwegs
Viele Menschen nutzen ihren Rollator nicht nur zum Gehen, sondern auch zum Ausruhen. Deshalb sollte die Sitzfläche stabil und bequem sein, idealerweise mit einer Rückenstütze. Achten Sie darauf, dass Sie selbstständig aufstehen können, ohne dass der Rollator wackelt oder wegrollt.
Faltmechanismus und Transport
Wenn Sie unterwegs sind, sei es mit dem Zug, Bus oder Auto, sollte sich der Rollator einfach und sicher zusammenfalten lassen. Moderne Modelle falten seitlich, bleiben auch im gefalteten Zustand stabil stehen und lassen sich leichter transportieren als ältere Systeme. Das macht Alltag und Reisen deutlich stressfreier.
Zubehör: praktisch, aber nicht alles ist nötig
Rollatoren können heute viel – einige fast zu viel. Ein Korb oder eine Tasche empfiehlt sich, wenn Sie mit dem Rollator Einkäufe transportieren möchten. Ein Stockhalter kann ebenfalls sinnvoll sein. Reflektoren oder ein Licht erhöhen die Sicherheit bei Dunkelheit. Lassen Sie sich aber nicht zu viel Zubehör aufschwatzen, das Sie nicht benötigen. Wichtiger ist, dass das Grundmodell Ihres Rollators hochwertig und bequem ist.
Rollator Testsieger in der Schweiz – worauf achten solche Tests eigentlich?
Der Kassensturz hat 2024 verschiedene Rollatoren getestet. Bewertet wurden dabei Kriterien wie Handhabung, Erstmontage, Bremsen und das Fahren auf verschiedenen Untergründen. Der Test zeigte, dass sich qualitative Unterschiede zwischen den Modellen ergeben können.
Den ausführlichen Testbericht mit allen Resultaten finden Sie hier.
Wichtig ist jedoch, dass der "beste" Rollator immer auch von Ihren individuellen Bedürfnissen abhängt – etwa vom Einsatzgebiet, vom Körpergewicht oder von der Mobilität im Alltag. Daher lohnt sich zusätzlich eine persönliche Beratung vor dem Kauf eines Rollators.
Probefahren im Fachgeschäft oder informiert online kaufen
Ein Rollator ist ein sehr persönliches Hilfsmittel. Ideal ist es, verschiedene Modelle in einem Fachgeschäft auszuprobieren: Testen Sie das Fahrgefühl auf engem Raum, an kleinen Bordsteinen und leichten Steigungen. Fachhändler können zudem die richtige Griffhöhe direkt einstellen und beraten Sie individuell.
Bevorzugen Sie den Online-Kauf? Auch das ist möglich. Bevor Sie einen Rollator kaufen, achten Sie aber unbedingt auf seriöse Testberichte, Kundenbewertungen sowie klare Angaben zu Gewicht, Bremsen, Rädern und Garantie. Am besten wählen Sie Anbieter mit Rückgaberecht, falls das Modell nicht optimal passt.
Kostenübernahme in der Schweiz: Was zahlt die Krankenkasse?
Die Finanzierung eines Rollators ist in der Schweiz klar geregelt. Rollatoren gelten als Hilfsmittel und sind in der sogenannten MiGeL (Mittel- und Gegenstände-Liste) aufgeführt – einer Liste von Produkten, für die die obligatorische Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen einen Beitrag übernimmt.
Wichtig zu wissen: Die Grundversicherung zahlt nicht jeden Rollator vollständig und auch nicht für jedes Modell. In der Regel wird ein Fixbetrag für ein Basis-Modell übernommen, sofern eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und ein ärztliches Rezept vorhanden ist. Möchten Sie ein hochwertigeres oder speziell ausgestattetes Modell, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.
Wir empfehlen Ihnen, sich je nach Situation bei folgenden Stellen über eine allfällige Kostenübernahme zu informieren:
Versicherung / Stelle | Wann? |
|---|---|
IV | Wenn Sie unter 65 sind und der Rollator medizinisch notwendig ist |
AHV | Zuschuss nach 65 möglich (nicht Vollfinanzierung) |
Grundversicherung | übernimmt anteilige Kosten gemäss MiGeL bei ärztlicher Verordnung |
Zusatzversicherung | je nach Vertrag, kann Mehrkosten decken |
Artikel, die Sie interessieren könnten
Darum sollten Sie im Alter ein Instrument lernen
Sie wollten schon lange Klavier oder Gitarre spielen lernen? Dann könnte die Zeit nach der Pensionierung die beste Gelegenheit dazu sein! Zwar lernt man mit höherem Alter etwas langsamer, aber während früher Job und/oder Kinder viel Zeit in Anspruch genommen haben, können Sie jetzt mit Ruhe und Geduld ein neues Musikinstrument lernen. Wir zeigen Ihnen, welche Vorteile das musikalische Lernen mit sich bringt und wie Sie das passende Musikinstrument finden.
16 Ausflugsziele für Grosseltern und Enkelkinder in der Schweiz
Die Schweiz bietet viele Möglichkeiten für Familienausflüge mit Enkelkindern. Ob Naturerlebnisse, Abenteuerparks oder Museen - es gibt für jeden Geschmack etwas zu entdecken. Hier haben wir für Sie einige Ausflugsziele für Grosseltern und Enkelkinder in der Schweiz aufgeführt:
Kostenlose Handyspiele für Seniorinnen und Senioren
Für Best Agers ist das Smartphone längst nicht mehr ein Fremdwort. Viele nutzen das Smartphone, um Kontakt mit der Familie zu halten und im Notfall Hilfe rufen zu können. Aber auch die Nutzung des Internets ist für viele zu einem täglichen Thema geworden. Neben dem Smartphone hat bei manchen Seniorinnen und Senioren das Tablet Einzug gehalten, da es vor allem bei der Internetnutzung mehr Vorteile bringt. Dank des etwas grösseren Displays lässt sich darüber die Tageszeitung lesen oder die neuesten Nachrichten aus aller Welt.
So hoch ist die Lebenserwartung in der Schweiz
Die Schweiz gehört nach wie vor zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung weltweit. Im Jahr 2025 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Frauen bei etwa 86 Jahren und für Männer bei rund 82,5 Jahren.
Was wurde aus – Christian Kohlund?
Christian Kohlund wurde am 17. August 1950 in Basel geboren. Er stammt aus einer Schauspielerfamilie: Seine Mutter war die bekannte Schauspielerin Margrit Winter, sein Vater der Schauspieler Erwin Kohlund. Auch seine Schwester, Franziska Kohlund, schlug denselben Weg ein und machte sich als Regisseurin und Schauspielerin einen Namen.
Zukunftssicher wohnen: Die funktionale Küche im Alter
Die Küche ist weit mehr als nur ein Ort zum Kochen – sie ist Treffpunkt, Arbeitsraum und oft das Herz der Wohnung. Gerade im Alter lohnt es sich, diesen Raum bewusst zu gestalten. Eine funktionale, gut geplante Küche erleichtert den Alltag, erhöht die Sicherheit und sorgt dafür, dass Sie möglichst lange selbstständig kochen und essen können. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei einer altersgerechten Küche ankommt, wann sich ein Umbau lohnt und welche Kosten Sie erwarten können.