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Seniorenkompass

Haushaltshilfe und Pflege zu Hause

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Inhaltsverzeichnis

Die Nachfrage nach Haushaltshilfe, häuslicher Betreuung und Pflege zu Hause nimmt in der Schweiz stetig zu. Viele Menschen – insbesondere Seniorinnen und Senioren oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen – möchten so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben. Gleichzeitig geraten Angehörige zunehmend unter Druck, wenn sie Beruf, Familie und Pflege miteinander vereinbaren müssen. Professionelle Unterstützung kann hier entscheidend entlasten und die Lebensqualität aller Beteiligten verbessern.

Diese Themenseite bietet einen ausführlichen Überblick über die wichtigsten Formen der Unterstützung zu Hause in der Schweiz. Wir erklären klar den Unterschied zwischen Haushaltshilfe & Betreuung und Pflege zu Hause, zeigen, wie die Versorgung organisiert ist, welche Kosten entstehen können, welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen und welche Modelle es heute gibt.

Haushaltshilfe & Betreuung zu Hause

Was gehört zur Haushaltshilfe?

Haushaltshilfe bezeichnet nicht-medizinische Unterstützung im Alltag und umfasst Aufgaben, die den Haushalt und die Grundorganisation des täglichen Lebens betreffen. Sie ist besonders für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder stark belastete Angehörige wertvoll.

Typische Leistungen:

  • Reinigung und Wohnungsunterhalt

  • Waschen, Bügeln, einfache Näharbeiten

  • Kochen und Essenszubereitung

  • Einkaufen & Besorgungen

  • Unterstützung bei der Alltagsstruktur (Erinnerungen, Planung)

  • Begleitung zum Arzt oder zu Aktivitäten

Diese Leistungen fallen unter private Haushaltshilfe, werden also nicht von der Grundversicherung übernommen.

Was gehört zur Betreuung zu Hause?

Die Betreuung zu Hause ist eng verwandt mit der Haushaltshilfe, umfasst aber stärker die persönliche Unterstützung, soziale Betreuung und Begleitung im Alltag. Haushaltshilfe und Betreuung werden in der Schweiz daher meist gemeinsam als nicht-medizinische Unterstützung betrachtet.

Dazu gehören unter anderem:

  • Gesellschaft leisten, Gespräche, Vorlesen

  • Begleitung bei Spaziergängen oder Aktivitäten

  • Erinnerungen an Medikamente (ohne Verabreichen)

  • Beaufsichtigung bei Demenz

  • Unterstützung bei der Tagesstruktur (bspw. Mahlzeiten, Ruhezeiten, Routinen)

Finanzierung

Haushaltshilfe & Betreuung sind werden nicht über die Krankenversicherung abgerechnet. Sie können jedoch durch Ergänzungsleistungen (EL) oder kantonale Angebote finanziell unterstützt werden.

Pflege zu Hause (Spitex & private Pflegedienste)

Was ist Pflege zu Hause?

Die Pflege zu Hause – in der Schweiz meist durch die Spitex oder private Pflegeorganisationen erbracht – umfasst medizinische und pflegerische Massnahmen. Sie ist klar vom Bereich Haushaltshilfe/Betreuung getrennt.

Typische Pflegeleistungen:

  • Behandlungspflege (Verbandswechsel, Injektionen, Medikamentenverabreichung)

  • Grundpflege (Waschen, Anziehen, Körperpflege) sofern medizinisch notwendig

  • Wundbehandlung

  • Blutzuckerkontrolle

  • Abklärung & Beratung durch diplomierte Pflegefachpersonen

Finanzierung

Pflegeleistungen sind kassenpflichtig. Die Krankenversicherung übernimmt einen festen Anteil der Kosten, der Rest wird durch die Klientin/den Klienten und die öffentliche Hand getragen.

Kosten für Haushaltshilfe, Betreuung & Pflege

Haushaltshilfe & Betreuung

Die Preise variieren je nach Anbieter, Region und Qualifikation. Typische Richtwerte sind:

  • 35–50 Franken pro Stunde für Haushaltshilfe

  • 40–60 Franken pro Stunde für Betreuung

Private Anstellungen können günstiger sein, enthalten aber mehr administrativen Aufwand (Lohnabrechnung, Versicherungen, gesetzliche Vorgaben).

Rundum-Betreuung / 24h‑Betreuung

Die Kosten für eine 24-Stunden-Präsenz variieren stark:

  • 6’000–12’000 Franken pro Monat je nach Modell (Schweizer Anbieter vs. internationale Modelle)

Pflege zu Hause (Spitex)

Die Kosten sind gesetzlich geregelt. Klienten zahlen einen fixen Eigenanteil (max. 15.95 CHF pro Tag, kantonal unterschiedlich). Der Rest wird von Krankenkasse und Gemeinde getragen.

Wer bezahlt Haushaltshilfe & Betreuung zu Hause?

Die Finanzierung hängt davon ab, welche Art von Unterstützung benötigt wird.

Haushaltshilfe & Betreuung

Diese Leistungen sind Privataufwand, können aber unterstützt werden durch:

  • Ergänzungsleistungen (EL) übernehmen einen Teil der Kosten, wenn Anspruch besteht

  • Gemeindebeiträge (abhängig vom Wohnort)

  • Zusatzversicherungen (je nach Police)

Pflege zu Hause

Wird über die Grundversicherung (KVG), die Gemeinde und einen Eigenbetrag der Klienten finanziert. 

Angehörigenpflege in der Schweiz

Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen zu Hause – und werden dafür bisher selten direkt entlohnt. Doch es gibt heute mehrere Modelle, wie pflegende Angehörige finanziell unterstützt werden können.

Was bekommt man, wenn man Angehörige zu Hause pflegt?

Grundsätzlich gibt es bei der Pflege von Angehörigen keinen generellen Lohn aus staatlicher Hand. Es können jedoch AHV-Betreuungsgutschriften vergeben werden, wenn man eine pflegebedürftige Person betreut. Ausserdem kann bei Anspruch ein Teil der Kosten für die Betreuung von der EL übernommen werden. 

Neue Modelle: Bezahlte Angehörigenpflege

Immer mehr Organisationen bieten nun jedoch Modelle an, bei denen pflegende Angehörige angestellt und entlohnt werden. Die Anbieter erledigen kümmern sich um die Anstellung, die Schulung, die Versicherung und alles Administrative der pflegenden Person. Dies schafft die Möglichkeit, familiäre Pflege professionell und rechtlich korrekt abzuwickeln. 

Haushaltshilfe anstellen – private vs. professionelle Anbieter

Wer eine Haushaltshilfe anstellen möchte, steht in der Schweiz grundsätzlich vor zwei Möglichkeiten: einer privaten Anstellung oder der Zusammenarbeit mit einem professionellen Anbieter. Beide Modelle haben klare Vorteile, aber auch Punkte, die man vorab bedenken sollte.

Private Anstellung

Bei einer privat angestellten Haushaltshilfe profitieren viele Haushalte von grösserer Flexibilität und oft tieferen Kosten pro Stunde. Viele Familien schätzen auch das persönliche Verhältnis, das sich über die Zeit entwickeln kann. Allerdings übernimmt man mit der privaten Anstellung auch sämtliche Arbeitgeberpflichten: Dazu gehören korrekte Lohnabrechnungen, Unfall- und Sozialversicherungen, AHV/IV/EO/ALV-Beiträge sowie die Verantwortung für die Qualität der Arbeit. Wer diesen administrativen Aufwand nicht scheut, kann mit einer privaten Lösung eine sehr individuelle und meist günstigere Form der Unterstützung erhalten.

Professionelle Anbieter

Professionelle Organisationen – darunter Spitex-ähnliche Dienste oder private Haushaltsservices – bieten eine strukturierte, rechtlich abgesicherte Lösung. Das Personal ist qualifiziert, geschult und durch den Anbieter versichert. Auch Administration, Einsatzplanung und Vertretungen bei Ausfall werden vollständig übernommen. Das sorgt für hohe Verlässlichkeit und einen schnellen Einsatz, besonders wenn kurzfristig eine Haushaltshilfe schnell benötigt wird. Der Nachteil liegt meist im höheren Stundenpreis, der durch Qualitätsstandards, Versicherungen und administrative Leistungen begründet ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann wird eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse bezahlt?

Haushaltshilfe und Betreuung gelten nicht als medizinische Leistungen und werden nicht durch die Grundversicherung bezahlt. Unterstützung ist nur über EL, Gemeinden oder Zusatzversicherungen möglich.

Was gehört nicht zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe?

  • Medizinische Behandlung

  • Verabreichung von Medikamenten

  • Wundversorgung

  • Pflegerische Tätigkeiten 

Diese Aufgaben fallen unter Pflege und müssen durch Fachpersonal erfolgen.

Wer bezahlt Betreuung zu Hause?

Die Betreuung wird privat bezahlt, kann aber je nach Situation durch Ergänzungsleistungen, Zusatzversicherungen oder kantonale Angebote unterstützt werden.

Was kostet eine häusliche Betreuung?

Typische Kosten liegen zwischen 40 und 60 Franken pro Stunde, abhängig von Qualifikation und Anbieter.

Was kostet eine 24‑Stunden-Betreuung in der Schweiz?

Die Kosten sind sehr unterschiedlich und belaufen sich auf 6’000–12’000 Franken pro Monat, abhängig vom Modell und Anbieter.

Was fällt unter häusliche Betreuung?

Alle nicht-medizinischen Unterstützungsleistungen wie Haushalt, Begleitung, Alltagsorganisation oder soziale Betreuung.

Wie viel Geld bekommt man für die Pflege von Angehörigen?

Es gibt keinen staatlichen Lohn, aber AHV-Betreuungsgutschriften und Unterstützung über EL. Einige Organisationen ermöglichen zudem eine bezahlte Anstellung bei der Pflege von Angehörigen.

Welche Pflegeleistungen übernimmt die Grundversicherung?

Die Grundversicherung deckt alle anerkannten medizinischen Pflegeleistungen ab – dazu gehören Behandlungspflege, medizinisch begründete Grundpflege sowie Abklärung und Beratung. Ein gesetzlich geregelter Eigenanteil der Klientin/des Klienten bleibt bestehen.

Wird Grundpflege immer bezahlt?

Grundpflege wird von der Krankenversicherung nur dann übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt und sie durch qualifiziertes Pflegepersonal erbracht wird. Unterstützung bei Körperpflege ohne medizinischen Grund fällt unter Betreuung und muss privat bezahlt werden.