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Seniorenkompass

Haushaltshilfe & Haushaltsbetreuung in der Schweiz

veröffentlicht am 3. November 2025 in der Kategorie Leben  (Bildquelle: Envato/Iakobchuk)

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Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden – das wünschen sich viele Menschen, auch wenn der Alltag mit zunehmendem Alter oder Krankheit beschwerlicher wird. Haushaltshilfen und Haushaltsbetreuungen leisten hier wertvolle Unterstützung: Sie helfen im Alltag, entlasten Angehörige und ermöglichen ein Leben mit mehr Komfort und Sicherheit zu Hause.

Was versteht man unter Haushaltshilfe und Haushaltsbetreuung?

Eine Haushaltshilfe unterstützt bei alltäglichen Arbeiten wie Putzen, Einkaufen, Wäschepflege oder Kochen. Die Haushaltsbetreuung geht oft darüber hinaus und schliesst soziale Begleitung, Hilfe bei der Alltagsplanung oder Begleitung zu Terminen mit ein.

In der Schweiz werden solche Dienstleistungen von verschiedenen Anbietern erbracht – von der Spitex, über gemeinnützige Organisationen bis hin zu privaten Agenturen oder selbstständigen Kräften. Ziel ist immer dasselbe: Menschen so zu unterstützen, dass sie möglichst lange selbstständig leben können.

Haushaltshilfe im Wandel: Von der Hausangestellten zum modernen Betreuungsdienst

Früher war Haushaltshilfe häufig ein privates Arbeitsverhältnis – als Dienstmädchen oder Hausangestellte. Heute ist sie Teil eines professionellen Versorgungssystems, das auf Qualität, Fairness und Sicherheit setzt.

Durch den demografischen Wandel und die zunehmende Berufstätigkeit von Angehörigen hat die Bedeutung dieser Dienstleistungen stark zugenommen. Moderne Haushaltshilfen sind heute geschult, sozialversichert und oft Teil eines umfassenden Betreuungsangebots.

Für wen ist Haushaltshilfe besonders hilfreich?

Eine Haushaltshilfe kann in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen entlasten:

  • Seniorinnen und Senioren, die Unterstützung im Alltag benötigen

  • Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, chronischen Krankheiten oder nach einem Spitalaufenthalt

  • Pflegende Angehörige, die Entlastung und Freiraum brauchen

  • Familien oder Berufstätige, die zeitweise Unterstützung wünschen

Ob wöchentlich, täglich oder als 24-Stunden-Betreuung – die Einsätze können flexibel gestaltet werden.

Wer bietet Haushaltshilfe in der Schweiz an?

Das Angebot ist breit gefächert:

  • Spitex-Organisationen bieten neben Pflege oft auch hauswirtschaftliche Leistungen an.

  • Private Agenturen vermitteln Fachkräfte für Reinigung, Betreuung oder Haushalt.

  • Selbstständige Haushaltshilfen arbeiten direkt auf Auftragsbasis – häufig kostengünstiger, aber mit mehr Eigenverantwortung bei Formalitäten.

Wichtig ist, dass Sie bei der Wahl der passenden Hilfe auf Seriosität, Versicherungsschutz und klare Verträge achten.

Welche Aufgaben übernimmt eine Haushaltshilfe – und wo liegen die Grenzen?

Typische Aufgaben einer Haushaltshilfe sind:

  • Reinigung, Staubsaugen, Wäsche, Bügeln

  • Einkaufen und Kochen

  • Unterstützung bei alltäglichen Erledigungen

  • Gesellschaft leisten oder Begleitung bei Spaziergängen

Pflegerische Tätigkeiten – wie Hilfe bei der Körperpflege, Medikamentengabe oder Wundversorgung – gehören dagegen zur medizinischen Pflege und werden von ausgebildetem Fachpersonal, etwa der Spitex, übernommen.

Was kostet eine Haushaltshilfe in der Schweiz?

Die Kosten für eine Haushaltshilfe in der Schweiz können stark variieren – je nach Region, Leistungsumfang und Anbieter. Grundsätzlich gilt: Je spezialisierter oder intensiver die Unterstützung ist, desto höher sind die Preise.

  • Spitex / gemeinnützige Organisationen: rund 40–60 Franken pro Stunde

  • Private Agenturen: etwa 45–55 Franken pro Stunde

  • 24-Stunden-Betreuung: in der Regel durchschnittlich 5’800–8’000 Franken pro Monat

Transparente Offerten und klare Absprachen zu Leistungen, Anfahrtszeiten und Stellvertretungen sind empfehlenswert.

Finanzierung und Unterstützung: Wer übernimmt die Kosten für Haushaltshilfe?

Reine Haushaltshilfe ist in der Regel nicht durch die Grundversicherung (KVG) gedeckt. Trotzdem gibt es verschiedene Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung:

  • Zusatzversicherungen übernehmen nach Spitalaufenthalten oft temporäre Haushaltshilfen.

  • Ergänzungsleistungen (EL) können unter bestimmten Voraussetzungen Kosten erstatten, wenn das Einkommen nicht ausreicht.

  • Kantonale und kommunale Zuschüsse sind mancherorts möglich – insbesondere für Personen mit kleinem Budget.

  • Private Finanzierung bleibt die häufigste Lösung für regelmässige oder längere Unterstützung.

Es lohnt sich, frühzeitig bei der Krankenkasse oder Beratungsstellen nachzufragen, welche Unterstützung in Frage kommt.

Haushaltshilfe in der Schweiz: Angebote und regionale Unterschiede

In Städten ist die Auswahl an privaten Anbietern gross, während in ländlichen Regionen meist die Spitex oder lokale Vereine zuständig sind. Auch Gemeinden vermitteln teils direkte Kontakte zu Hilfsangeboten oder Freiwilligen.

Ein klarer Trend: Die Nachfrage steigt in allen Regionen, besonders im Bereich der nicht-medizinischen Betreuung.

Rechtliches zur Haushaltshilfe: Was Sie als Auftraggeber wissen sollten

Wer eine Haushaltshilfe privat anstellt, ist Arbeitgeber:in mit allen dazugehörigen Pflichten. Diese sind unter anderem:

  • Anmeldung bei AHV und Unfallversicherung

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

  • Ferienanspruch und schriftlicher Arbeitsvertrag

Schwarzarbeit ist verboten und kann hohe Nachzahlungen nach sich ziehen. Viele seriöse Agenturen übernehmen deshalb die gesamte Abwicklung – vom Vertrag bis zur Versicherung.

Der Bedarf an Haushaltshilfe wird weiter wachsen. Gründe sind der demografische Wandel, steigende Pflegekosten und der Wunsch, möglichst lange zuhause zu leben.

Dies bringt neue Entwicklungen mit sich:

  • Digitale Plattformen vereinfachen Buchung und Abrechnung.

  • Technische Hilfsmittel wie Notrufsysteme oder smarte Geräte ergänzen menschliche Betreuung.

  • Integrierte Modelle kombinieren Spitex, Familie und private Unterstützung – individuell auf die Lebenssituation abgestimmt.

So finden Sie die passende Haushaltshilfe: Schritt-für-Schritt

  1. Bedarf klären: Welche Unterstützung wird konkret benötigt?

  2. Anbieter vergleichen: Spitex, Agenturen und gemeinnützige Träger prüfen.

  3. Finanzierung abklären: Krankenkasse, Zusatzversicherung, EL oder Gemeinde kontaktieren.

  4. Vertrag und Versicherung prüfen: Achten Sie auf faire Konditionen.

  5. Probephase vereinbaren: So finden beide Seiten heraus, ob die Zusammenarbeit passt.

Haushaltshilfe – eine wertvolle Unterstützung im Alltag

Haushaltshilfe und Haushaltsbetreuung ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause – mit mehr Komfort, Sicherheit und Lebensqualität. Sie entlasten Angehörige, bieten soziale Unterstützung und helfen, den Alltag leichter zu bewältigen.

Ob über Spitex, gemeinnützige Organisationen oder private Anbieter – die Angebote sind vielfältig. Informieren Sie sich rechtzeitig über Kosten, Finanzierung und rechtliche Fragen, um die Lösung zu finden, die am besten zu Ihnen und Ihrer Situation passt.

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