Abos und laufende Kosten: Wo sich im Alltag sparen lässt
veröffentlicht am 30. August 2026 in der Kategorie Ratgeber (Bildquelle: Envato/africaimages)
Ein einzelnes Abo kostet oft nur wenige Franken im Monat. Wenn mehrere solcher Beträge gleichzeitig laufen, kann daraus jedoch eine beachtliche Summe werden. Es sich deshalb, regelmässig zu prüfen, welche Abos und laufenden Verträge Sie wirklich noch benötigen – und ob es günstigere Alternativen gibt.
Der Abo-Check: Was bezahlen Sie eigentlich jeden Monat?
Der erste Schritt ist erstaunlich einfach: Verschaffen Sie sich einen Überblick. Gehen Sie Ihre Konto- und Kreditkartenabrechnungen der letzten zwei bis drei Monate durch und achten Sie auf regelmässig wiederkehrende Zahlungen. Dazu gehören nicht nur klassische Abos, sondern auch Mitgliedschaften, digitale Dienste oder Verträge, die jährlich verrechnet werden.
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Eine kleine Liste kann dabei helfen:
Handy-Abo
Internet, Festnetz und Fernsehen
Streamingdienste
Zeitungen und Zeitschriften
Fitness- oder Vereinsmitgliedschaften
Cloud- und Software-Abos
Apps und digitale Dienste
Abonnemente für den öffentlichen Verkehr
kostenpflichtige Newsletter oder Online-Dienste
weitere regelmässige Mitgliedschaften
Besonders leicht zu übersehen sind jährliche Zahlungen. Ein Abo, das einmal pro Jahr mit beispielsweise 120 Franken belastet wird, fällt in den monatlichen Kontoauszügen kaum auf. Auf das Jahr gerechnet kostet es aber genauso viel wie ein monatliches Abo von 10 Franken.
Streaming: Ein Abo muss nicht für immer laufen
Streamingdienste sind ein typisches Beispiel für laufende Kosten, die sich leicht summieren. Wenn Sie mehrere Dienste gleichzeitig abonniert haben, überlegen Sie, welche Sie tatsächlich regelmässig nutzen. Vielleicht schauen Sie einen bestimmten Film oder eine Serie auf einem Dienst und benötigen das Angebot danach monatelang nicht mehr. Statt mehrere Dienste dauerhaft zu bezahlen, können Sie Ihre Abonnemente regelmässig wechseln – sofern die jeweiligen Vertragsbedingungen dies erlauben.
Das Prinzip lässt sich auch auf andere digitale Angebote übertragen: Brauche ich diesen Dienst jeden Monat oder nur gelegentlich?
Wer beispielsweise drei Abos zu je 15 Franken im Monat kündigt, die tatsächlich nicht mehr genutzt werden, spart 45 Franken pro Monat beziehungsweise 540 Franken im Jahr.
Handy-Abo: Nicht nur auf den Preis schauen
Beim Handy-Abo lohnt sich ein genauer Blick auf den tatsächlichen Verbrauch. Wer kaum telefoniert und unterwegs nur wenig mobile Daten benötigt, braucht möglicherweise kein besonders umfangreiches Abo. Umgekehrt kann ein vermeintlich günstiges Angebot teuer werden, wenn zusätzliche Kosten entstehen, weil Leistungen nicht enthalten sind.
Prüfen Sie deshalb:
Wie viele mobile Daten verbrauchen Sie tatsächlich?
Wie häufig telefonieren Sie?
Brauchen Sie SMS überhaupt noch?
Nutzen Sie Ihr Handy regelmässig im Ausland?
Ist Roaming für Sie wichtig?
Welche Leistungen sind im monatlichen Preis enthalten?
Ein Wechsel kann sich lohnen. In der Schweiz ist der Markt für Handy-Abos gross, und es gibt auch Angebote ohne langfristige Mindestlaufzeit. Gleichzeitig sollten Sie vor einem Wechsel die Bedingungen Ihres bestehenden Vertrags prüfen. Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen unterscheiden sich je nach Anbieter und Angebot.
Praktischer Tipp: Prüfen Sie zuerst Ihren tatsächlichen Verbrauch und suchen Sie erst danach nach einem neuen Angebot. So vermeiden Sie, für Leistungen zu bezahlen, die Sie gar nicht benötigen.
Internet, Fernsehen und Festnetz: Brauchen Sie noch das ganze Paket?
Auch beim Anschluss zu Hause lohnt sich ein Blick auf die eigenen Bedürfnisse. Viele Haushalte beziehen Internet, Fernsehen und Festnetztelefonie als Paket. Doch die Nutzung kann sich im Laufe der Jahre verändern. Wer beispielsweise kaum noch über das Festnetz telefoniert oder nur wenige kostenpflichtige TV-Angebote nutzt, sollte prüfen, ob ein anderes Paket ausreicht.
Auch bei der Internetgeschwindigkeit gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Wenn Sie das Internet hauptsächlich für E-Mails, Webseiten, Online-Banking, Videotelefonie und gelegentliches Streaming nutzen, benötigen Sie möglicherweise nicht das schnellste verfügbare Angebot.
Vor einem Wechsel sollten Sie allerdings prüfen, welche Leistungen Ihnen wichtig sind und welche Angebote an Ihrer Adresse tatsächlich verfügbar sind.
Zeitungen und Zeitschriften: Print und Digital vergleichen
Zeitungen und Zeitschriften können ebenfalls einen erheblichen Teil der laufenden Ausgaben ausmachen. Wenn Sie mehrere Publikationen abonniert haben, lohnt sich die Frage: Lesen Sie tatsächlich alle regelmässig?
Manchmal gibt es zudem verschiedene Varianten desselben Angebots – beispielsweise Print, Digital oder eine Kombination aus beidem. Prüfen Sie, welche Variante zu Ihrem Nutzungsverhalten passt.
Wichtig ist dabei nicht, auf jede Zeitung zu verzichten. Wenn Sie eine Publikation gerne lesen und regelmässig nutzen, ist das Geld gut investiert. Sparen bedeutet nämlich nicht, alles zu streichen, was Ihnen Freude macht.
Fitness, Vereine und Freizeit: Nutzen Sie, wofür Sie bezahlen?
Gerade nach der Pensionierung verändern sich Tagesablauf und Freizeit. Vielleicht haben Sie früher ein Fitnessabo abgeschlossen, weil Sie nach der Arbeit trainieren wollten. Heute gehen Sie lieber wandern. Oder Sie sind Mitglied in mehreren Vereinen, besuchen aber nur noch einen davon regelmässig. Das bedeutet nicht, dass Sie Mitgliedschaften automatisch kündigen sollten. Fragen Sie sich vielmehr: Wie oft nutze ich das Angebot tatsächlich – und ist es mir diesen Betrag wert?
Ein Abo oder eine Mitgliedschaft, die Sie regelmässig nutzen und die Ihnen Freude bereitet, muss kein Sparpotenzial sein. Ein Angebot, das seit Monaten ungenutzt bleibt, dagegen schon.
Versicherungen: Nicht einfach kündigen
Bei Versicherungen ist Vorsicht angebracht. Hier geht es nicht darum, möglichst viele Verträge zu streichen. Prüfen Sie stattdessen, ob die Versicherung noch zu Ihrer aktuellen Lebenssituation passt. Nach der Pensionierung können sich beispielsweise Wohnsituation, Fahrzeugnutzung oder andere persönliche Umstände verändern.
Bei einer Kündigung sollten Sie zudem die Vertragsbedingungen und den Versicherungsschutz beachten. Eine vermeintliche Einsparung kann teuer werden, wenn dadurch eine wichtige Absicherung fehlt.
Grundsatz: Bei Versicherungen nicht zuerst fragen, was Sie kündigen können, sondern welchen Schutz Sie tatsächlich benötigen. In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Versicherungen ein.
Bankgebühren: Kleine Beträge, die sich summieren
Auch Bankgebühren werden leicht übersehen, weil sie häufig automatisch belastet werden.
Schauen Sie deshalb gelegentlich auf:
Kontoführungsgebühren
Gebühren für Karten
Kosten für Bargeldbezüge
Gebühren für Zahlungen oder Überweisungen
Kosten für Wertschriftendepots
Gerade bei Bankdienstleistungen lohnt sich ein Vergleich der aktuellen Konditionen. Entscheidend ist allerdings nicht nur die einzelne Gebühr, sondern das gesamte Paket. Ein vermeintlich kostenloses Konto kann beispielsweise mit anderen Kosten verbunden sein.
Vorsicht bei günstigen Einstiegspreisen
Ein häufiger Grund, weshalb Abos teurer werden, ist ein zeitlich begrenzter Rabatt. Ein Angebot kann beispielsweise im ersten Jahr besonders günstig sein und danach zum regulären Preis weiterlaufen.
Deshalb sollten Sie bei neuen Verträgen nicht nur auf den aktuellen Monatsbetrag achten, sondern auch prüfen:
Wie hoch ist der reguläre Preis?
Wie lange gilt der Rabatt?
Gibt es eine Mindestlaufzeit?
Welche Kündigungsfrist gilt?
Welche Zusatzkosten können anfallen?
Gerade bei Handy- und Internet-Abos gibt es regelmässig Aktionen und unterschiedliche Vertragsmodelle. Die Konditionen sollten deshalb immer direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.
Der wichtigste Spartipp: Nicht alles auf einmal kündigen
Wer seine laufenden Kosten reduzieren möchte, muss nicht gleich einen radikalen Schnitt machen. Gehen Sie Ihre Ausgaben lieber Schritt für Schritt durch.
Beginnen Sie mit den drei bis fünf grössten regelmässigen Zahlungen und fragen Sie sich bei jeder:
Nutze ich das noch?
Brauche ich den Umfang wirklich?
Gibt es eine günstigere Variante, die meine Bedürfnisse genauso gut erfüllt?
Was kostet mich das Angebot tatsächlich pro Jahr?
Allein die letzte Frage kann überraschend aufschlussreich sein. Aus 8 Franken monatlich werden 96 Franken im Jahr, aus 25 Franken bereits 300 Franken.
Einmal im Jahr: 30 Minuten für Ihre laufenden Kosten
Sie müssen Ihre Abos nicht ständig kontrollieren. Ein fester Termin einmal im Jahr reicht für viele Haushalte als guter Ausgangspunkt. Nehmen Sie sich beispielsweise rund um den Jahreswechsel eine halbe Stunde Zeit und gehen Sie Ihre wiederkehrenden Ausgaben durch. Markieren Sie alles, was Sie im vergangenen Jahr kaum oder gar nicht genutzt haben. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel zu kündigen. Das Ziel ist vielmehr, bewusst für das zu bezahlen, was Ihnen im Alltag tatsächlich etwas bringt.
Gerade im Ruhestand kann sich dieser Blick lohnen: Wenn das Einkommen tiefer ist als während der Erwerbstätigkeit, erhalten auch kleine monatliche Einsparungen über das ganze Jahr mehr Gewicht. Und manchmal ist das Ergebnis nicht die Kündigung eines Abos, sondern die beruhigende Erkenntnis, dass Sie für die Dinge bezahlen, die Sie wirklich gerne nutzen.
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